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Destruent |
Am Ende der
Nahrungskette werden alle organischen Stoffe abgebaut und der Erde (bzw. dem
Sediment) in Form anorganischer Mineralien zurückgeführt (Remineralisierung).
Damit schließt sich der biologische Kreislauf.
An dem Abbau sind zwei
Hauptgruppen beteiligt: Zunächst übernehmen Tiere, die sich von Aas und
organischem Abfall (Detritus) ernähren, die Aufgabe, totes Gewebe zu
zerkleinern und zu zerlegen. Dann folgt ein Heer von Mikroorganismen und
übernimmt den Rest. Nur durch den vollständigen Abbau organischer
Verbindungen können Mineralien erneut von den Pflanzen verwertet und in
frische lebende Zellen eingebaut werden.
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Zahlreiche Krebsarten
ernähren sich ganz oder zumindest teilweise von organischen
Zersetzungsprodukten (Detritus)
Oben:
Gespenster-Pfeilkrabbe (Stenorhynchus lanceolatus), Unten:
Küstenassel (Ligia italica) |
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Ökologische Funktion der Aas- und
Detritusfresser
Durch die schnelle "Entsorgung" von Kadavern und Kot wird
verhindert, dass Fäulnisbakterien und weitere Krankheitserreger Überhand nehmen.
Zudem wird der nachfolgende bakterielle Remineralisierungs- prozess stark
beschleunigt und die gewonnenen Nährsalze (z. B. Nitrat, Phosphat) stehen
den Pflanzen sehr bald erneut zur Verfügung.
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Spezialisiert auf vom
Menschen verursachte Müllberge:
Die Weißkopfmöwe (Larus
cachinnans) und die Kastenmaul-Meeräsche (Liza aurata) |
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Die juvenile
rote Felsenkrabbe (Grapsus grapsus) zerlegt eine tote
Sardine. |
Glasgarnelen (Palaemon elegans)
ernähren sich auch von abgestorbenen Hautresten anderer Tiere,
einschließ- lich des Menschen |
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Formen und Arten
An den Küsten
sowie auf hoher See stellen Möwen (Weißkopfmöwe Larus cachinnans)
eine allzeit bereite Truppe von Abfallentsorgern. Im Litoral (Felswatt)
warten zudem zahlreiche Krebsarten auf Detritus: Die Küstenassel (Ligia italica),
die Steinkrabbe (Xantho poressa), der italienische Taschenkrebs (Eriphia
verrucosa), die rote Felsenkrabbe (Grapsus grapsus) und viele weitere. Unter den Fischen sind
Kastenmaul-Meeräschen (Liza aurata) vor allem in Hafenanlagen sehr
verbreitet. |
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Eine besondere Funktion kommt den Seegurken zu (Holothuria
sanctori), die sich fast ausschließlich von angereichertem Sediment
ernähren. Sie sind die "Regenwürmer des Meeres". Ähnlich lebt der bis 8 cm
tief in den Sand eingegrabene graue Herzigel (Brissus unicolor). |
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Seegurken (hier:
variable Seegurke Holothuria sanctori) sind "Regenwürmer des
Meeres". Aus den unverdaulichen Sedimentresten werden lange
"Würstchen-Ketten" gebildet. |
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Der Bart-Feuerwurm
(Hermodice carunculata) ist vor allem im Felswatt abundant, um
sich von Aas zu ernähren. |
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Mögliche Störungen
Eutrophierung: Die Einleitung von
Nährsalzen wie Nitrat, Phosphat in Form von Abwasser oder Agrardünger führt
zu einer erhöhten Bioproduktion. Können die anfallenden Fäkalien und Kadaver
von detritivoren Arten nicht mehr ausreichend schnell zerlegt werden und
wird zuviel Sauerstoff verbraucht, nehmen Fäulnisbakterien zu. Dabei
entstehen die hochgiftigen Gase Ammoniak und Schwefelwasserstoff. Bei
stehenden Gewässern kann dies soweit führen, dass alles höhere Leben
ausgelöscht wird. (Ökologisches Umkippen).
Lebensmittelabfall und -Müll: Die
Bestände von Arten, die sich hierauf spezialisiert haben, nehmen
kontinuierlich zu und zwar auf Kosten anderer, zum Teil geschützter Arten.
Als gravierende Beispiel sind die Weißkopfmöwen (Larus cachinnans)
und die Kastenmaul-Meeräschen (Liza aurata) anzuführen.
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Übersichtsartikel Eutrophierung
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www.ocean-la-gomera.com- Meeresbiologische Exkursionen in Valle Gran Rey, La Gomera (Kanarische Inseln)
Sanfte Walbeobachtung (soft Whalewatching) - Felswatt-Exkursion - Schnorcheln - Unterwasserfotografie
Sichtungsdaten und Verhalten der Cetaceae (Wale & Delfine), Monitoring (marine Wirbellose, Fische), Foto-Dokumentation